Bombardier in Deutschland

Der Fokus von Bombardier in Deutschland liegt auf der Entwicklung und Fertigung von Bahntechnik. Bombardier Transportation als führender Hersteller von modernen Schienenverkehrstechnologien hat seine weltweite Konzernzentrale seit 2002 in Berlin. 

Von der deutschen Hauptstadt aus steuert die Bahntechniksparte von Bombardier Inc. ihr internationales Geschäft. Bombardier Transportation knüpft damit an die lange deutsche Eisenbahn-Tradition an. Die sieben deutschen Werke und mehr als 8.000 Mitarbeiter spielen eine führende Rolle bei der Entwicklung von modernen Schienenverkehrstechnologien, mit denen Bombardier neue Standards bei der nachhaltigen Mobilität setzt.

Bombardier Transportation in Deutschland

Die Standorte von Bombardier Transportation in Deutschland decken die komplette Produktpalette der Schienenverkehrstechnik ab: U-Bahnen, Regional- und Nahverkehrszüge, Straßen- und Stadtbahnen, ein- und doppelstöckige Elektro- und Dieseltriebzüge (mit und ohne Neigetechnik) sowie Reisezugwagen, Lokomotiven und Hochgeschwindigkeitszüge. Dies umfasst die Konstruktion und Fertigung von kompletten Schienenfahrzeugen und von einzelnen Komponenten. Hierzu gehören Wagenkästen, Drehgestelle und auch elektrische Systeme im Bereich der Antriebstechnik. Darüber hinaus werden umfassende Service- und Engineering-Leistungen sowie Bahnsteuerungssysteme angeboten. Über 50 Prozent der in Deutschland hergestellten Schienenverkehrsprodukte von Bombardier sind für Exportmärkte bestimmt.

In vielen Regionen Deutschlands bilden Produkte von Bombardier Transportation das Rückgrat des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Zahlreiche Städte greifen für ihren Öffentlichen Personennahverkehr erfolgreich zurück auf einen Mix aus Bombardier Stadt- und U-Bahnen sowie Nahverkehrs- und Regionalzügen.

Zu den neuesten Projekten in Deutschland zählen die S-Bahnen für die Regionen Rhein-Ruhr und Stuttgart, die TALENT 2-Flotte für den Regional- und S-Bahnverkehr sowie eine neue Generation von Doppelstockwagen für den Einsatz im Regional- und Fernverkehr.

Straßenbahn-Projekte der Baureihe FLEXITY entstehen aktuell unter anderem für die Städte Leipzig, Kassel, Halle und Berlin.

Die marktführende TRAXX-Lokomotiv-Plattform ist wichtiger Bestandteil der aktuellen und zukünftigen Verkehrskonzepte der Deutschen Bahn und privater Anbieter. Dies gilt sowohl für den Personenverkehr als auch für den Frachtbereich.

In die Fahrzeugprojekte bringt Bombardier hohe eigene Kompetenzen im Bereich der Fahrzeug-Subsysteme ein. Dazu gehören die FLEXX-Drehgestelle ebenso wie die MITRAC-Antriebssysteme. Die Signal- und Steuerungstechnik kommt sowohl fahrzeug- als auch streckenseitig bei zahlreichen Projekten zum Einsatz.

Bombardier in Deutschland führt seit Jahren erfolgreich Wartungs- und Instandhaltungsleistungen durch und bietet ein umfassendes Ersatzteil-Management an. Das automatische Bombardier Peoplemover-System am Frankfurter Flughafen wird seit seiner Eröffnung von Bombardier betrieben und gewartet.

Unter maßgeblicher Beteiligung der deutschen Standorte werden zahlreiche innovative Projekte mit internationaler Reichweite umgesetzt und gesteuert. Dazu gehören Hochgeschwindigkeits-, U-Bahn- und Regionalzug-Projekte in Asien und Europa sowie die Produktion oder Entwicklung von Straßenbahnen für europäische und nordamerikanische Städte. Antriebs-, Drehgestell- und Signaltechnik-Lösungen aus deutschen Bombardier-Standorten kommen international zum Einsatz. Die Multisystem-Lokomotiven der TRAXX-Familie setzen unter anderem Maßstäbe beim Verkehr auf internationalen Korridoren in den transeuropäischen Netzen. Innovation ist ein wichtiger Bestandteil der Bombardier-Philosophie. Derzeit wird in Augsburg ein neuartiges Antriebskonzept für Straßenbahnen erprobt: Die PRIMOVE-Technologie erlaubt als weltweite Neuentwicklung den fahrdrahtlosen Betrieb mit Hilfe induktiver Stromübertragung.

Bombardier Aerospace in Deutschland

Bombardier ist der führende Lieferant von Regionalflugzeugen für den deutschen Markt. Landesweit sind etwa 80 von Bombardier gefertigte Regionalflugzeuge der CRJ Series und 20 Regionalflugzeuge der Q Series im Einsatz. Die Lufthansa CityLine bestellte als weltweit erste Fluggesellschaft Regionaljets vom Typ Bombardier CRJ Series und läutete 1992 mit dem Einsatz des 50-sitzigen CRJ100 eine neue Ära im Regionalflugmarkt ein. 2006 profitierte die Lufthansa CityLine ebenfalls als erste europäische Fluggesellschaft von den Vorteilen und Einsparmöglichkeiten, die sich durch den Einsatz der drei Regionaljet-Modelle der CRJ Series CRJ100/200, CRJ700 und CRJ900 ergeben. Heute sind bei den Lufthansa Regional-Fluggesellschaften Lufthansa CityLine und Eurowings 78 Bombardier CRJ Series-Flugzeuge im Einsatz, was einem Anteil von über 70 % der gesamten Flotte entspricht. Die Turboprop-Flugzeuge der Q Series werden in Deutschland unter anderem von Air Berlin und Augsburg Airways betrieben.

Die Deutsche Lufthansa ist einer der weltweit ersten Kunden des neuen C Series Single‑Aisle-Jets für Hauptstrecken von Bombardier, der entwickelt wurde, um das Marktsegment der Flugzeuge mit 100 bis 149 Sitzplätzen zu bedienen. Die Fluggesellschaft hat bereits 30 Flugzeuge des Typs CS100 bestellt, mit Optionen für weitere 30. Die Flugzeuge der C Series sollen 2013 in Dienst genommen werden. Des Weiteren ist Bombardier mit 26 % Marktanteil in seinem Segment der zweitgrößte Businessjet-Lieferant für den europäischen Markt. Allein in Deutschland sind 119 Businessjets des Typs Learjet, Challenger und Global im Einsatz.

Mit einem regionalen Team von Kundendienstvertretern und Kundenbetreuern bietet Bombardier Customer Services ein hohes Maß an Service, Support und Wartung in Deutschland und den umliegenden Gebieten. In München betreibt Bombardier ein Regional Support Office für Verkehrsflugzeuge, das für alle Service und Support in der Region die zentrale Ausgangsbasis darstellt.

Unterstützung bei der Wartung wird durch das Joint-Venture des Unternehmens mit der Lufthansa AG und ExecuJet Aviation Group, Europe – auch unter dem Namen Lufthansa Bombardier Aviation Services (LBAS) bekannt – angeboten. Neben dem Standort auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld betreibt LBAS auch Wartungsstationen an den internationalen Flughäfen Frankfurt und München. Die Wartung durch Dritte wird durch zwei autorisierte Servicestellen in Deutschland angeboten: Bei RUAG mit Standort in Weßling werden Bombardier Challenger und Global Geschäftsflugzeuge gewartet; Aero-Dienst bietet Unterstützung bei der Wartung von Flugzeugen des Typs Learjet und Challenger.

Diese Einrichtungen in Deutschland werden durch das Bombardier Service Center in Amsterdam ergänzt, das im Mai 2010 eröffnet wurde. Dieses vollständig im Besitz von Bombardier befindliche Servicezentrum bietet die gesamte Palette an Wartungsarbeiten für Betreiber von Bombardier Geschäftsflugzeugen in Europa und beherbergt ein mobiles Einsatzteam, das für alle Wartungen vor Ort ausgestattet ist.

Das Ersatzteilnetz von Bombardier in Europa hat seinen Schwerpunkt in Frankfurt und operiert über ein Teilevertriebszentrum mit hoher Kapazität für Regional- und Geschäftsflugzeuge in der Nähe des internationalen Flughafens Frankfurt. Das Lager, das 40.000 für Bombardier-Flugzeuge spezifische Ersatzteile vorhalten kann, dient als zentrales Distributionszentrum mit Direktversand rund um die Uhr nach Europa, Asien, Afrika und in den Nahen Osten.